Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Peckfitz
Brände im Überblick
1869
Brand des Gemeindehauses
Durch Funkenflug brannte auch der Kirchturm ab. Die Kirche konnte gerettet werden.
1922
Scheunenbrand bei Fam. Busse auf dem alten Hof.
1949
Unterholzbrand im Waldstück an der Sichauer Grenze
1953
Waldbrand hinter dem Russenobjekt
(heutige Waldsiedlung)
1957
Unterholzbrand Kiefland Jeggauer Wald
1972
Mähdrescherbrand auf Kiefland
1973
Hängerbrand hinter der Technik auf der Straße
Waldbrand, schwarzer Weg/Jeggauer Straße
1975
Holzschuppen im NVA-Objekt brannte ab
(Waldsiedlung)
1981
Gasexplosion bei Erna Grothe
2003
Waldbrand an der Peckfitzer Waldsiedlung
2006
Großbrand in Peckfitz und kleinere
Waldbrände an der Schöndube
12.September
1933
Gründung
der Freiwilligen Feuerwehr Peckfitz
Die Gründungsmitglieder waren
Franz Mertens
Martin Lenz
Willi Lenz
Arthur Hiller
Walter Schulze
Fritz Schulz
Friedrich Isensee
Hermann Mertens
Gustav Pessel
Fritz Schachel
Zum Wehrführer wurde Franz Mertens gewählt.

Einige der Gründungsmitglieder
1934-40
Seit 1928 gab es eine Handdruckspritze. Zu dieser Zeit bestand die Löschhilfe mit der Gemeinde Dannefeld auch schon.
Jeder Kamerad bekam jetzt eine Uniform.
Wilhelm Stuthe in Mieste bohrte einen Tiefbrunnen auf dem ehemaligen Schulhof für 898 RM. Bezahlt wurde in zwei Raten. Die erste über 700 RM wurde am 3. Juni 1936 fällig und die zweite über am 13. September 1936.
Das Abpumpen der Löschbrunnen wurde jährlich durchgeführt. An Sonntagen wurde geübt.
Als der zweite Weltkrieg kam, mussten die Kameraden an die Front.
Weil die Männer im Krieg waren, wurden jetzt Mädchen und Frauen zu den Aufgaben herangezogen.

Die 40iger Jahre
1940 da Franz Mertens anderweitig gebraucht wurde, wurde Martin Lenz zum Wehrführer berufen.
Die Frauen wurden zwar zum Feuerwehrdienst verpflichtet, aber Mitglieder der Wehr wurden sie nicht. Dieses Privileg blieb den Männern erhalten.
Mit den übrigen Bürgern wurden Luftschutzübungen durchgeführt. Im Ernstfall musste man dann in einen geeigneten Keller laufen. Eine Person blieb auf dem eigenen Hof, um – falls es brennen sollte – Hilfe zu organisieren. Glücklicherweise kam es dazu nicht.
1948
Entschädigung für Wehrführer: 13,50 RM im Jahr
Leistungen an Landesfeuerwehrführung: 48,60 RM
Zuschuss zur Kreisfeuerwehrführung: 10,00 RM im Jahr
1949
250,00 RM zur Unterhaltung des Feuerwehrgebäudes eingeplant.
Waldbrand an der Sichauer Straße. Mit Trecker, Rad und Spaten ging es zur Feuerstelle. Der Brand konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden.
Kamerad H. Draffehn wurde mit der Ausbildung der Mitglieder beauftragt.
Die 50iger Jahre
1950-1953
Auch nach Gründung der DDR fehlte immer noch das Geld für eine TS, aber es gab neue Schläuche und mit Glück ein Kupplungsstück. Der Feuerwehrdienst fand Sonntagvormittag statt, da damals jeder noch eine kleine Landwirtschaft hatte. Diese Dienste sind bis heute Tradition.
Am 01.04.1951 und am 07.10.1952 fanden Feuerwehrvergnügen auf dem Saal statt.
1953
20. Jahrestag der Feuerwehr wird mit der Gemeinde begangen – mit Schauübung und Kameradschaftsabend. Im Spätherbst gibt es Feueralarm. Es brennt hinter dem Russenobjekt, im angrenzenden Wald. Mit Rädern wurde aus gerückt und die Spaten durften nicht vergessen werden. Eine Frau, sehr ungewöhnlich, fuhr auch mit. Sie wurde von einem, der schon löschenden, Russen angesprochen, das dies keine Arbeit für sie wäre. Sie solle nach Hause fahren.
2 neue Mitglieder
1954
Neuer Wehrleiter wird Otto Ziesemer und es gibt wieder 7 neue Mitglieder.
Zwei Kameraden fahren zum Maschinistenlehrgang für eine TS. Diese TS erhielt die FFW am 31.12.1954 allerdings ohne den passenden Anhänger.
1955
Da die Kameraden nur einen größeren Handwagen für die TS hatten und deshalb nur zwei Brunnen abgepumpt werden konnten, wurde von der MTS (Maschinen Traktoren – Station) Mieste ein alter Militäranhänger umgebaut. Er bekam ein Geländer, an dem die Schläuche aufgehängt wurden und sogar eine Traktorenzugvorrichtung.
Er war der Stolz der Feuerwehr.
1956
In Mieste findet der Wirkungsbereichsausscheid statt. Man wurde sich erst nicht einig, wer die TS bedienen sollte. Als man an den Start sollte war vom Maschinisten nichts zu sehen, der holte sich aus der gegenüberliegenden Kneipe lieber eine Flasche Bier. Das bekamen die Schiedsrichter natürlich mit. Und nach gut gelaufener Übung wurde Peckfitz disqualifiziert, weil der Kamerad während einer Schulübung Bier getrunken hatte. Die anderen waren verständlicher Weise ärgerlich.
Auch sonst hatte die Peckfitzer Wehr wenig Glück.
Der nächste Einsatz sollte auf der Kolonie Mieste, Krügerhorst, stattfinden. Leider kam man nur bis zum Miester Friedhof. Da knallte der Reifen des Einsatzfahrzeugs und ein Ersatzreifen war nicht vorrätig.. und so war der Tag gelaufen.
1957
Im Haushalt der Gemeinde waren 200 DM für die Feuerwehr eingeplant. Damit konnte man natürlich keine großen Sprünge machen. Am ersten Sonntag im Mai fand der Wirkungsbereichsausscheid in Mieste statt. Nach den Wettkämpfen wurden die Kameraden der Gastwehren von den Miester Kameraden zum Abendessen mit nach Hause genommen.
Ende Mai, Anfang Juni gab es Feueralarm, ein Waldbrand auf Kiefland, aber schon im Jeggauer Gebiet. Die Peckfitzer Kameraden schwangen sich auf ihre Fahrräder nahmen Spaten oder Schaufel. So fuhren sie zur Brandbekämpfung. Der Brand konnte schnell gelöscht werden.
Tage später war in der Zeitung zulesen, dass die Jeggauer lieber ihre Rüben verzogen und andere ihre Arbeit machen ließen.
1958
Es wurden von den Kameraden vermehrt Schulungen und Ausbildungen verlangt.
Das Spritzenhaus ist in einem fürchterlichen Zustand. Der damalige Bürgermeister Fritz Voigt schreibt einen Brief an die Planungskommission, in dem es wörtlich heißt:“ Unser Spritzenhaus ist vom Einsturz bedroht. Der Neubau des Spritzenhauses im kommenden Jahr dürfte eine unaufschiebbare Notwendigkeit sein.“
Gez. Voigt
Bürgermeister
Wehrleiter O. Ziesemer stellt an den Kreisfeuerwehrverband den Antrag, dass nur ortsfremde Schiedsrichter bei Wettkämpfen gestellt werden dürfen.
Beim Wirkungsbereichsausscheid in Wernitz wurde Peckfitz zweiter
Das 25 Feuerwehr Jubiläum der Wehr wurde vorbereitet und sollte am 21. September stattfinden.. Zwischen Könnigs und Pessels auf der Straße wurde ein Zelt aufgebaut. Die Wettkämpfe wurden Sonntagnachmittag ausgetragen. Es nahmen Wehren aus Mieste, Jeggau, Sichau, Tarnefitz, Wernitz und Peckfitz teil. Sichau belegte Platz 1 vor Peckfitz und Jeggau. Nach der Siegerehrung wurde am Abend im Zelt getanzt. Montag war dann der Frühschoppen.

1959
Peckfitz bekommt wirklich ein neues Feuerwehrhaus Am 04.März 1959 war Grundsteinlegung. Die Gedenktafel mit Jahreszahl wurde bei der Magdeburger Firma Kälber und Blum in Auftrag gegeben.

Mitte Oktober fand der Kreisausscheid in Gardelegen statt. Daran nahmen 12 Mannschaften teil. Und Peckfitz wurde Kreismeister.
Für 1960 wurde eine neue TS geplant.
Die 60iger Jahre
1960
Es gibt einen neuen Wehrleiter. Willi Grothe löst Otto Ziesemer ab, der Wirkungsbereichsleiter wird.
Im Laufe des Jahres gibt einen neuen TS-Hänger.
Kreisausscheid in Trühstedt: Peckfitz belegt den 2 Platz
1961
Es gibt viele Wettkämpfe. Beim Feuerwehrkampfsport in Letzlingen wurde Peckfitz Kreissieger.
Beim Jahreswettbewerb der Wehren in Wiebke konnte Peckfitz auch den 1. Platz belegen.
Im Oktober war ein Freundschaftstreffen in Berge: Hier wurden wir 2. im Kampfsport.
1962
-Austragung der Kreismeisterschaft in Peckfitz
Zum Mittag gab es Gulasch aus der Feldküche.
Gute vordere Plätze wurden belegt. W. Isensee belegte Platz 2 im Hindernislauf.
Im Leistungsvergleich des Kreises belegte man Rang 4.
- Urkunde für gute Leistungen von der Bezirksbehörde erhalten.
- Brandschutzkontrollen in der Woche der Winterbereitschaft
- Sollstärke 15 Kameraden, Ist Stärke 17, davon 5 Frauen
1963
-TS defekt, Austauschpumpe bekommen
-langer Winter, Gullys sind eingefroren, Tauwetter setzt ein. Wasser wurde von der Straße gepumpt.
- Überlegung : wie kommt man an Geld? Man entschließt sich zum Gurkenanbau.
- Einmal im Jahr fand eine Schrottsammlung statt. Auch der Erlös kam in die Vereinskasse.
-Zur AG „Junge Brandschutzhelfer“ kamen 4 Jungs.
1964
- Das Jahr ist bedeutend für den hohen Frauenanteil in der Wehr. Folgende wurden Kameradinnen:
- Anneliese Grothe
-Ella Ziesemer
- Anna Müller
- Elisa Busse
- Gerda Zühlsdorf.
Sie wurden speziell im vorbeugenden Brandschutz geschult.
- Osterfeuer und den Fackelumzug sicherten die Kameraden ab.
1965
-Zwei Kameraden nahmen am Maschinistenlehrgang in Mieste teil.
-Drei weitere Frauen wurden Mitglied.
-Beim Kreisausscheid wurde Die Wehr „nur“ 4.
-Erstmals wurden während der Brandschutzkontrollen auch die Stallanlagen der LPG „Altmärker Land“ unter die Lupe genommen.
1966
- Ausrückordnung wurde aktualisiert.
- Zum Wirkungsbereichsausscheid nach Wernitz, Anfang Mai, fuhr man mit einem mit Birkengrün geschmückten Traktoranhänger, auf welchem sich Bänke befanden. Da fuhren dann auch Kameraden mit die nicht starteten – um die anderen anzufeuern.
Beim Löschangriff wurden sie 1.und auf der 4 mal 100m Bahn 2. hinter Mieste. Mit Hörnerklang fuhr man nach Hause. Die Bürger wussten dann, ob man gewonnen hatte oder nicht. So wird es auch heute noch gehandhabt.
Alles wurde ordnungsgemäß verstaut, danach erfolgte die Auswertung in der Gaststätte Sühring, oder man holte sich das Bier ins Gerätehaus.
Das ist heute natürlich nicht anders.
1967
-Auf der Jahreshauptversammlung wurde wieder eine positive Bilanz gezogen. Termine für Veranstaltungen mussten zum Polizei-Kreisamt gemeldet werden.
-4 Jugendliche nahmen eine Lehre auf und fehlten den „Jungen Brandschutzhelfern“, mit dem Rest wurde weitergearbeitet.
-Im Juni fand eine Frauenkonferenz in Lindenthal statt. Peckfitz war mit dem hohen Frauenanteil in der Wehr im Kreis führend. Dafür gab es Eine Anerkennungsurkunde vom Bezirk.
-3 neue Mitglieder
1968
- Sollstärke: 18, Ist: 30, davon 10 aktive Frauen
-35. Geburtstag der Wehr wird nur mit den Einwohnern gefeiert.
-Wirkungsbereichsausscheid in Sichau: vordere Plätze werden belegt
- Für 1969 wird ein Antrag auf Überprüfung der Leistungsstufe 2 gestellt.
-Schrottsammlung
- Kein gutes Gurkenjahr – kaum Geld und schlechte Sortierung
1969
-Zum 1. Mai erfolgte die Abnahme der Leistungsstufe 2. Es klappte alles und so hatten sich die Anstrengungen des Vorjahres gelohnt
Kameradin I. Trittel erinnert sich:
„ Im Juli des Jahres heulte kurz nach Mittag die Sirene des Ortes. Wie sich herausstellte, hatte die Gemeinde Mieste die Sirenen ausgelöst. Es sollte im „Ceritolwerk“ brennen.
Schnell zum Gerätehaus, Schlüssel geholt , aufgeschlossen und die Tore aufgemacht. Doch wo blieben die Kameraden? Kein Feuerwehrmann im Dorf, nur Heinz Schulze und Anneliese Grothe kamen.
Kurz überlegt – wir fahren. H. Schulze holte den Vorspanndienst und wir drei mit der TS machten uns auf nach Mieste. Wir dachten, beim Brand sind von Mieste sowieso mehr Kameraden da, die konnten uns ja an unserer TS helfen.
In Mieste am „Ceritol“ angekommen, sahen wir zum Glück kein Feuer. Gott sei dank – nur Probealarm. Punkte sammelten wir weil wir ausgerückt waren. Oft denke ich an diesen Ausrückeinsatz zurück.
-ein Neuzugang
Die Jahre 1970-2000 hier
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